... noch Prüfmethoden ...
Der von der PTB verwendete Versuchsaufbau zur
Prüfung von Deflagrationsrohrsicherungen bei ruhenden Gemischen
besteht aus einer einseitig blind geflanschten Rohrleitung. Auf
der dem Blindflansch[1]
gegenüber liegenden Seite der Rohrleitung ist der Prüfling
angeflanscht. Direkt hinter dem Prüfmuster befindet sich ein
Polyethylensack. Von der Blindflanschseite her wird das
vorgesehene Gas/- oder Dampf/Luft-Gemisch in die Prüfeinrichtung
eingefüllt und gezündet. Der Polyethylensack dient währen des
Versuchs hier zur Beobachtung eines möglichen
Flammendurchschlages. Die Beutelmaße sollten, um eine
Versuchsergebnisbeeinflussung auszuschließen, als Mindestmaß
4 m in der Länge und 6 m im Umfang (bei einer Wandstärke von
0,05 mm) betragen.
Nr.
Beschreibung
der PTB-Versuchsanordnung 1 Geschlossenes
Rohrende 2 Gemischzuführung mit Absperrventil 3 Zündquelle am geschlossenen Rohrende 4 Rohrleitung 5 Explosionsrohrsicherung 6 Kunststoffbeutel
Die Zündung
erfolgt am geschlossenen Ende der Leitung, um fast verschlossene
Rohrleitungsaustritte und die damit verbundene erhebliche
Flammenbeschleunigung bezüglich des offenen Rohrendes (ähnlich
einem Diffusor) erzielen zu können.
Die Vorteile dieser Versuchsanordnung liegen in der leichten
Beobachtungsmöglichkeit eines Flammendurchschlages ohne
weiteren apparativen Aufwand. Ferner lässt sich so eine Prüfung
der Deflagrationsrohrsicherungen als
Deflagrationsvolumensicherung vornehmen. Als solche können die
beschriebenen Rohrleitungsarmaturen immer dann eingesetzt
werden, wenn das nachgeschaltete, zu schützende Volumen nicht
größer als das Volumen der an der Sperre angeschlossenen
Vorleitung ist.
Die Einsatzbeschränkungen dieser Methode liegen nicht nur bei Aufnahme komplizierter Rohr- und Düsenanordnungen, sondern immer dort, wo das für die Prüfung verwendete Medium bei anderen Ausgangsdrucken als dem Umgebungsdruck eingesetzt werden soll. Da es sich hier auch nicht um ein geschlossenes System handelt, sind zudem meteorologische Einflüsse nicht auszuschließen. Außerdem können solche Versuche, wegen des möglichen Flammendurchschlages, des entstehenden Explosionsdruckens und des Abgasstrahls nicht in geschlossenen Räumen durchgeführt werden.
Die im Rahmen der hier vorgestellten Untersuchungen verwendete Prüfmethode besteht aus einem geschlossenen Rohrleitungssystem mit eingeschalteter Deflagrationssicherung. Dieses Verfahren gestattet, im Gegensatz zu der von der PTB verwendeten Methode, neben der Variation der Gemischausgangsdrucke (bis zu den anlagenbedingten Grenzen der Druckfestigkeit), den Einsatz in geschlossenen Räumen. Die Einschränkung muss daher getroffen werden, da bei einer ausgelösten Deflagration der Explosionsdruck den zehnfachen, bei einer Detonation den dreißigfachen Ausgangsdruck erreichen kann. Es kann daher abhängig vom Gemischausgangsdruck erforderlich sein, Berstscheiben einzusetzen, was nur im Freien möglich ist. Die Registrierung des Flammendurchschlages durch die Armatur ist hier nur über einen gewissen apparativen Aufwand, z. B. über optoelektronische Bauelemente und Temperaturfühler, möglich. Es können hier ferner die meteorologischen Einflüsse, wegen der Geschlossenheit der Anlage, vernachlässigt werden.
[1]
DIN 28122, Ausgabe:1987-09 Blindflansche mit Verkleidung
aus nicht rostendem Stahl, für die Nennweiten DN 125 bis
DN 500 und die Nenndrücke PN 10 bis PN 40 bzw.
(Norm-Entwurf) DIN 28122, Ausgabe:2004-01 Blindflansche
mit Verkleidung aus nicht rostendem Stahl für die
Nennweiten DN 125 bis DN 500 und die PN-Stufen PN 10 bis
PN 40

